07-06-2009

20-04-2010

Mitgliederversammlung der DQHA - Das Wichtigste auf einen Blick



Eine konstant positive Entwicklung bei Mitglieder-, Starter- und Pferdezahlen präsentierte die Deutsche Quarter Horse Association ihren Mitgliedern am Sonntag bei der Jahreshauptversammlung in Hanau. „Wir haben einen Zuwachs – anders als die Pferde- und Reiterszene insgesamt“, sagte DQHA-Präsident Hans-Jürgen Förster. Angesichts von 269 Neumitgliedern im ersten Quartal zeigte er sich optimistisch, dass der Sprung von derzeit 5802 DQHA-Mitgliedern zur 6000er Marke noch im Jahr des 35. Geburtstags gelingt. Über 32.000 Pferde machten die DQHA zu einem der wichtigsten Tochterverbände der American Quarter Horse Association weltweit, unterstrich Förster.



Großer Einfluss bei der AQHA

Offen und persönlich berichtete der DQHA-Vorsitzende über seine Teilnahme an der AQHA Convention in Florida. Hier hat die DQHA seit diesem Jahr dank drei Direktoren-Stimmen noch größeren Einfluss als bisher. Den besten Beweis, dass sich die Präsenz von drei DQHA-Vorstandsmitgliedern bei der Mitgliedertagung des Mutterverbands für die hiesigen Mitglieder auszahlt, liefert die Sonderregel für die Versatility-Klassen, die Sportobfrau Michaela Kayser in Kissimmee anstoßen konnte. Die Regellockerung kommt europäischen Turnierveranstaltern entgegen, die fortan auch mit weniger Rindern als regulär von der AQHA vorgeschrieben, Ranch Cutting ausschreiben dürfen und damit die Kosten überschaubar halten.
„Die AQHA Convention ist alles andere als ein Ponyhof und bestimmt keine Spaßveranstaltung“, stellte Förster klar und begegnete damit souverän den Falschmeldungen, die es im Internet zu seiner Rolle in Florida kursiert waren: „Diese Schlagzeilen waren unbegründet.“ Inzwischen habe es eine Entschuldigung dafür gegeben, und die habe er angenommen. Neben Förster versicherte auch Vize-Präsident Hubertus Lüring, der Vorstand sei stets offen für die Wünsche und Anliegen aus den Reihen der Mitglieder: „Man kann mich jederzeit gerne ansprechen.“


Investition in Jugend und Amateure

Bei den Finanzen der DQHA sei alles im Lot, ein andauernder Sparkurs aber dennoch geboten, bilanzierte Schatzmeister Klaus Wichtmann. Er machte einmal mehr deutlich, dass es gelte, kontinuierlich in die Zucht, die Mitglieder und in die Jugend zu investieren, dass das Geld aber gezielt eingesetzt werden müsse. „Unsere Q9 oder das Regional Power Programm kosten natürlich Geld“, sagte Wichtmann, unterstrich aber gleichzeitig, dass es diese Projekte sind, die der DQHA Gestaltungspielraum geben. Eine einwandfreie Buchführung bescheinigten die beiden Kassenprüfer Isabel Gräber und Stefan Liese der DQHA. Turnusgemäß wird ab kommendem Jahr der in Hanau neu gewählte Kassenprüfer Peter Vogt Isabel Gräber ablösen.


Novice-Shows bescheren Mitgliederzuwachs

International Director Ulli Vey zeigte anhand ausführlicher Zahlen und Grafiken den Stellenwert des American Quarter Horses in Deutschland. „Wir sind der neuntgrößte Staat der AQHA“, erläuterte Vey. Tendenz steigend. Nicht zuletzt der große Erfolg der All-Novice Shows für Turniereinsteiger hat sowohl AQHA wie auch der DQHA einen Mitgliederzuwachs beschert. Die Population der American Quarter Horses in Deutschland hat sich innerhalb der vergangenen zehn Jahre sogar verdoppelt. Pferde, die älter als 25 Jahre sind, müssten der AQHA gemeldet werden, sonst würden sie automatisch als verstorben deklariert, erinnerte Vey. Er motivierte außerdem zur Teilnahme an der AQHA European Experience in Luxemburg Anfang Juli, für die die AQHA wertvolle Sachpreise stellt: „Fahren Sie hin und holen Sie sich Ihren Buckle!“


Breitensport ist die Basis

Auf eine Neuerung für die zehn DQHA-Regionalgruppen in den Bundesländern wies Beiratssprecher Reinhard Rekers hin. Ein eigener Zuchtbetreuer in jeder Regionalgruppe soll in enger Zusammenarbeit mit Zuchtleiter Dr. Hinni Lührs-Behnke beispielsweise das neue DQHA-Jungzüchterprogramm mit Leben füllen oder Kursangebote für Züchter organisieren. „Bestimmt 80 Prozent unserer Mitglieder kommen aus dem Bereich Breitensport“, verdeutlichte Rekers und machte sich dafür stark, hier noch mehr Angebote zu etablieren. Mit einem ersten Star-Kurs für Ein- und Umsteiger in Wenden auf der Circle L Ranch wird hier ein Anfang. „Ich danke allen Ehrenamtlichen, die uns dabei helfen, die DQHA voran zu bringen“, unterstrich Rekers.



Riesiges Interesse an den DQHA-Zuchtschauen

„77 Tage im Amt, und wir wollen ihn schon nicht mehr missen“ – mit diesen Worten resümierte Zuchtobmann Markus Rensing, die Anfangsphase des neuen Zuchleiters Dr. Hinni Lührs-Behnke, der seit Februar in Diensten der DQHA ist. Er habe schon viele gute Ideen eingebracht und neue Projekte angestoßen. Das Interesse an den Zuchtschauen ist nach wie vor ungebrochen. 2010 haben sich 42 Anlagen um eine Fohlenschau beworben – so viele wie nie zuvor. Die alte Idee eines Züchterforums soll zur Q10 wiederbelebt werden. Themen gibt es zuhauf, wie die JHV-Diskussion um die neuen gesetzlichen Vorgaben zu Chippflicht und Equidenpass oder zum verantwortungsvollen Umgang mit Gendefekten zeigte.


Das Wichtigste zur Q10

Einen Ausblick auf die Q10 gab Michaela Kayser. Die Grundpfeiler der Aachener Erfolgsshow bleiben auch 2010 erhalten: 4-fach AQHA-Show, DQHA Futurity/Maturity, NSBA Futurity und Finale der Deutschen Meisterschaft Reining. Neu ist eine Einladungsklasse für Versatility-Reiter und das Angebot von Sonderklassen für Reiter mit Handicap. Eine Premiere ist auch, dass nicht nur am Haltertag mit vier Richtern gleichzeitig gerichtet wird. Auch die Jugendlichen und die Starter in den Rinderklassen können mit einem einzigen Ritt gleich vierfach AQHA-Punkte sammeln und so International DQHA Champion werden. Mit dem Pink Day am 18. September ist eine Solidaritätsaktion für Krebspatienten geplant. Der zweite Sonntag (19. September) ist als Cattle Day geplant, der allein den Rinderklassen vorbehalten bleibt. Die Futurity beginnt bereits am Freitag, 16. September, wobei diesmal auch bereits die ersten Halter-Futurityklassen am Freitag angesetzt sind.


Die Abstimmungsergebnisse zu den Anträgen – mit Erläuterung

1. §2 Zweck und Aufgaben der DQHA, eingereicht von E. Wittelsbürger – abgelehnt

Für überflüssig hielt die Mehrheit der Anwesenden den Antrag die Förderung des Reiningsports zum Vereinszweck zu erheben, da die DQHA ohnehin alles fördert, was dazu geeignet ist, das American Quarter Horse zu promoten.

 

2. §3.4. Ausgliederung der SSA und der Fut./Maturity Regeln aus der Satzung
eingereicht von M. Rensing und M. Kayser – angenommen

Weniger Bürokratie bedeutet der Beschluss, die Regeln für die Futurity/Maturity wieder aus der Vereinssatzung herauszunehmen. Die Beschlussfassung über Regeländerungen bei der Futurity/Maturity  obliegt selbstverständlich weiterhin der Mitgliederversammlung, allerdings muss nicht mehr jede Änderung beim Vereinsregister am Amtsgericht eingetragen werden

3. Austausch der Fut./Maturity Regeln durch das neue Handbuch Stand 18.03.2010
von M. Rensing und M. Kayser – angenommen

Ein Regelwerk aus einem Guss, das Startern und Showmanagern klare Richtlinien an die Hand gibt, ist nun Wirklichkeit. Vieles, was in der Vergangenheit Auslegungssache war und damit zum Streit führte, ist nun eindeutig geregelt. Ein klarer Gewinn für beide Seiten.

Die wichtigsten Änderungen zum Futurity/Maturity-Regelwerk im Überblick:

DQHA Haupt- und Regionenfuturities

  1. DQHA Mitgliedschaft ist auch für den Vorsteller Voraussetzung für die Teilnahme

  - neu: Möglichkeit des lizensierten Pferdeeigentümers

  1. Weanling-Klassen werden bereits ab 12 Fohlen in early und late geteilt, der Teilungsmodus wurde definiert
  2. Nenngeld muss bis zum Nennschluss bezahlt sein
  3.  in der Ausschreibung muss ein Nennungsschluss angegeben sein
  4. Nennungen sind auch per E-Mail und Fax möglich
  5. Streichungen von Klassen können erst 2 bis 7 Jahre nach Beschluss gültig werden
  6.  pro Jahr kann max. eine Disziplin hinzugenommen werden
  7.  Präzisierungen zum Thema Doping

DQHA Hauptfuturity

  1. drei AQHA-Richter sind vorgeschrieben, fünf AQHA-Richter werden empfohlen
  2. Mutterstuten dürfen bei der Weanling-Futurity nicht mit in die Halle

DQHA Regionenfuturities

  1. Regionenfuturities sind bis zur Klausurtagung bei der DQHA Geschäftsstelle anzumelden
  2. bis zur Convention sollen Ort und Termin feststehen und der Futurity-Manager benannt werden
  3. gerichtet wird von mindestens einem AQHA-Richter
  4.  Rinderklassen können ausgeschrieben werden, müssen aber nicht
  5. die Starterzahlen müssen der Geschäftsstelle vorgelegt werden
  6. pro Start werden pauschal 25 Euro anteiliges Startgeld als Preisgeld ausgeschüttet
  7. das Startgeld selbst legt der Veranstalter fest
  8. der max. Sockelbetrag beträgt 2.000 Euro (die Gesamthöhe des Preisgelds  hängt vom Nennergebnis ab)
  9. formelle Korrektur: Der Begriff Starter wurde in Starts geändert
  10. Geänderter Ausrechnungsmodus für Futurity-Champions (gemäß AQHA World Show System)
  11. Jedes startberechtigte Pferd darf pro Jahr nur auf einer Regionenfuturity starten; diese kann der Besitzer frei wählen
  12. Ob Mutterstuten bei der Weanling-Futurity mit in die Halle dürfen, muss das Show Management in der Ausschreibung festlegen


4. Optional: Austausch der Fut./Maturity Regeln durch das neue Handbuch Stand 18.02.2010 eingereicht von M. Rensing und M. Kayser – konnte entfallen, da Antrag 3 angenommen

5. Dopingtests bei der Futurity, eingereicht von A. Kurzrock – abgelehnt

Da Dopingproben in diesem Umfang nach Auskunft von Tierärzten kaum zu organisieren wären (hoher Zeitbedarf, Notwendigkeit zusätzlicher Stallzelte usw.) und Kosten von mehr als 10.000 Euro bedeuten würden, entscheidet sich die Mitgliedschaft dagegen, die Top 3 der Futurity-Reitklassen auf verbotene Substanzen zu testen.

6. Startberechtigung bei Fut./Maturity Working Cowhorse, von B. Breuer-Kreischer
angenommen

7. Startberechtigung bei Fut./Maturity Cutting, eingereicht von B. Breuer-Kreischer -angenommen

Zu 6 & 7: Wie in allen anderen Reitklassen sind künftig auch in den „Kuh“-Klassen vier Jahrgänge startberechtigt bei der Futurity/Maturity und werden damit nicht länger benachteiligt.

8. Einführung einer Nomination Fee für die Futurity/Maturity, von K. Wichtmann – angenommen

Um trotz stagnierender SSA-Einzahlungen, die hohen Preisgelder der Futurity/Maturity zu sichern und die deutsche Zucht gegenüberkurz vor der Futurity importierten Pferden zu fördern, müssen die Fohlen SSA einbezahlter Hengste ab 2011 ähnlich wie beim Incentive Fund zusätzlich nominiert werden mit folgenden Gebühren:

bis 6. Monat 25 €
7. bis 12. Monat 50 €
13. bis 18. Monat 100 €
19. bis 24. Monat 200 €
25. bis 30. Monat 350 €
ab 31. Monat 600 €

Wer einen SSA-Decksprung ersteigert, erhält neben dem Gutschein für einen Freistart auch einen Gutschein über 25 € für die Nominierung, sodass diese innerhalb der ersten 6 Lebensmonate des Fohlens kostenfrei bleibt.

9. Regelung der Futurity-Startgebühr, eingereicht von K. Wichtmannn – angenommen

Siehe oben: Handbuch Futurity/Maturity.

10. Änderung/Ergänzung der SSA-Regeln, eingereicht vom Zuchtausschuss – angenommen

Mit diesem Antrag wurden einige Punkte klar geregelt, die in der Vergangenheit zu Unstimmigkeiten geführt hatten z.B.: wie beim Tod eines Hengstes zu verfahren ist. Übrigens: Auch Wallache können künftig in die SSA eingezahlt werden, sofern zuchttauglicher Samen gelagert ist.

11. §15 Abstimmung über Satzungsänderungsanträge bei der JHV, von Hubertus Lüring – zurückgezogen

12. Zuchtverbandsordnung, eingereicht vom Zuchtausschuss

Ähnlich wie beim Futurity-Reglement gilt auch für die Zuchtbuchordnung, dass flexibler auf aktuelle Anforderungen reagiert werden kann, wenn nicht jede Anpassung eine Satzungsänderung erfordert. Insbesondere der Spagat zwischen der deutschen Tierrechtsgesetzgebung und den Vorgaben der AQHA macht die Materie sehr komplex, sodass für Laien kaum möglich ist, hier sinnvoll Entscheidungen zu treffen. Kompetentes Gremium ist der Zuchtausschuss, der über eventuelle Neuerungen informiert und sie begründet.
13. Änderung der Zuchtverbandsordnung, eingereicht vom Zuchtausschuss – zurückgezogen

14. Zuchtbuchordnung §803f und §803g, eingereicht von M. Kayser – angenommen

Eine reine Formalie. Beim Rückwärtsrichten bei den DQHA-Leistungsprüfung wurde die Formulierung „5 Tritte“ durch „mindestens 3 Meter“ ersetzt.

15. Richter bei Fohlenschauen, eingereicht vom Zuchtausschuss – angenommen

„Die Leute wollen, dass wir ihre Fohlen ausführlich besprechen und einen Bewertungsbogen rausgeben“, machte Zuchtrichterin Petra Roth-Leckebusch deutlich. Diesem Wunsch der Züchter wird nun ab sofort wieder entsprochen. Nach dem Prinzip „vier Augen sehen mehr als zwei“ werden nun wieder gemeinsame Bewertungsbogen für jedes Pferd ausgefüllt. Der Antrag wurde ohne eine einzige Gegenstimme angenommen! Zuvor hatte der Zuchtausschuss deutlich gemach, dass das getrennte Richten vielfach dazu führt, dass die Richter gegeneinander ausgespielt werden, da Pferdebesitzer geneigt sind nur der besseren der beiden Benotungen zu  glauben.

Sonstige Anträge

1. Erneute Wahl des International Directors, eingereicht von E. Wittelsbürger – abgelehnt
2. Erklärung des Vorstandes zur Wahl des Int. Directors, von E. Wittelsbürger – abgelehnt

Zu 1 & 2: Präsident Förster stellte klar, dass diese Anträge von falschen Voraussetzungen ausgehen. Die AQHA hat bestätigt, dass das Vorgehen mit dem AQHA-Reglement konform ist und Ulli Vey gleichzeitig Director at Large und International Director der DQHA bleiben kann.

3. Erklärung des 1. Vorsitzenden zur Funktion als  Int. Director, von E. Wittelsbürger

Präsident Förster erläuterte, dass er den Int. Director nur für einen Zeitraum von etwa vier Stunden im internationalen Komitee der AQHA Convention vertreten hat, da Ulli Vey zu diesem Zeitpunkt in einem anderen Komitee gefordert war. Das sei von vornherein so vorgesehen gewesen und bei der AQHA angemeldet worden.

4. Zurückstellung des Fut./Maturity Handbuches, von E. Wittelsbürger

Dieser Antrag hat sich durch die Zustimmung zu den beiden Handbüchern erledigt.

 

DQHA press/ Melanie König


Infos gibt die DQHA-Geschäftsstelle:  Tel. 06021 584590, info@dqha.de, www.dqha.de